Philips MG7720: Neugestaltung für Reparierbarkeit
Wenn der Akku leer ist, wird ein Rasierer im Wert von fünfzig bis hundert Dollar weggeworfen, obwohl das eigentlich defekte Teil nur ein paar Dollar teurer Akku ist. Dieses Projekt geht der Ursache auf den Grund: fehlender Zugang, fehlendes Werkzeug, fehlendes Vertrauen.
Es ist nicht der Akku, der weggeworfen wird, sondern das ganze Gerät
Wenn bei einem kabellosen Rasierer die Akkukapazität nachlässt oder der Akku ganz ausfällt, kaufen die meisten Nutzer direkt ein neues Gerät, statt zu versuchen, es zu öffnen. Dabei ist das defekte Teil nur eine kleine Komponente des Geräts: der interne Akku.
Als Zielgruppe wurden Studierende definiert: begrenztes Budget, kein spezielles Demontagewerkzeug zur Hand, keine Erfahrung im Öffnen elektronischer Geräte, aber auch nicht technikfremd. Für diese Gruppe ergibt es weder wirtschaftlich noch ökologisch Sinn, ein Gerät im Wert von fünfzig bis hundert Dollar wegen eines Akkus im Wert weniger Dollar wegzuwerfen.

Beginnend mit der Demontage des echten Geräts
Um das Problem greifbar zu machen, wurden ein echter Philips MG7720 und sein Ladeadapter von Hand zerlegt. Wo der Akku im Gehäuse sitzt, mit welchem Schraubentyp er befestigt ist (Torx) und an welchen Stellen die Abdeckung einrastet, wurde einzeln untersucht. Diese Untersuchung beantwortete die Frage, ob der Nutzer das Gerät ohne Werkzeug sicher öffnen kann: nein.
Wie wir entschieden haben, was richtig ist
| Kriterium | Anforderung |
|---|---|
| Zugänglichkeit | Batteriefach muss sich ohne Spezialwerkzeug öffnen lassen |
| Sicherheit | Nutzer darf nicht versehentlich mit elektronischen Bauteilen in Kontakt kommen |
| Wasserbeständigkeit | Abdichtung muss unter Badezimmerbedingungen bestehen |
| Ladeerlebnis | Ladezustand und Dock-Ausrichtung müssen visuell klar erkennbar sein |
| Fertigbarkeit | Muss mit bestehenden Spritzgussverfahren kompatibel bleiben |
| Ermutigung | Der Nutzer soll ermutigt werden, den Akku selbst zu wechseln; der Akku soll so platziert sein, dass er zugänglicher wirkt |
Fokus auf Akku und Ladeerlebnis
Das Konzept konzentrierte sich auf drei Achsen: Reparierbarkeit, Up-Cycling und einen neuen Vorschlag für Aufbewahrung und Laden. Die Rückseite des Gehäuses wurde als separate, von Hand zu öffnende Abdeckung neu definiert, sodass der Akku leicht getauscht werden kann und das Gerät länger hält. Damit Geräte beim Laden nicht überall herumliegen, wurde eine sichere und ordentliche Aufbewahrungs- und Ladestation (ein Dock) gestaltet; das Dock zeigt zudem visuell, dass das Gerät korrekt ausgerichtet ist.
Zwei Farbvarianten (Schwarz und Blau) wurden parallel entwickelt. Dies war kein funktionaler Unterschied, sondern eine bewusste Übung, um Material- und Oberflächenentscheidungen zu vergleichen.
Erste Ideen direkt aus der Demontage
Die ersten Ideen zu Abdeckung und Schraubenplatzierung entstanden direkt im Anschluss an die Demontageanalyse, durch die Querschnittsskizzen auf dem Arbeitsboard im Problem-Abschnitt. Ein eigenständiger Skizzensatz für dieses Projekt wurde nicht so archiviert, dass er dieser Fallstudie hinzugefügt werden könnte.
Zwei Farbvarianten parallel modellieren
Gehäuse und abnehmbare Akkuabdeckung wurden in CAD modelliert. Die schwarze und blaue Variante entstanden aus derselben Geometrie, wobei nur Material- und Oberflächeneinstellungen geändert wurden. Dieser Ansatz sollte zeigen, wie sich ein einziges Formdesign an unterschiedliche Marktsegmente anpassen lässt.
Eine abnehmbare Abdeckung, mit echten Maßen
Wandstärke, Clip-Toleranz und Dichtungsauflagefläche der Akkuabdeckung wurden jeweils in der technischen Zeichnung definiert. Ziel war eine Abdeckung, die sich sicher von Hand öffnen lässt und dennoch schließt, ohne die Wasserbeständigkeit zu beeinträchtigen.

Reparierbarkeit wurde zur Montageentscheidung
Beim Originalgerät erforderte der Zugang zum Akku das vollständige Öffnen des Gehäuses. Bei der Neugestaltung wurde die Akkuabdeckung als unabhängige Unterbaugruppe abgetrennt, die eigenständig aus- und wieder eingebaut werden kann. Diese Entscheidung verbesserte sowohl die unabhängige Testbarkeit während der Fertigung als auch die Wartbarkeit durch den Nutzer.
Formvalidierung über Schaumstoff
Formentscheidungen wurden zunächst durch eine grobe Volumenstudie und dann durch ein bemaßtes, detailliertes Schaumstoffmodell validiert. Das Schaumstoffmodell ist hier kein funktionaler Prototyp, sondern eine Formstudie zum Testen von Grip und Proportionen.


Vom groben Volumen zur finalen Proportion
Die erste Schaumstoffstudie wurde bewusst grob gehalten, um Rasiertiefe und Griffwinkel zu testen. Das zweite Schaumstoffmodell wurde mit Maßkorrekturen aus der ersten Studie näher an die finale Proportion herangeführt. Die Entscheidung über die Farbvariante (Schwarz / Blau) wurde in der CAD-Phase als Material- und Oberflächenvergleich behandelt.
Ergebnis

